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20.01.2007, Märkische Allgemeine
Singen für die Rollen in Rheinsberg
Heute endet an der Berliner Oper der Wettbewerb für das diesjährige Opernfestival


UTE SCHINDLER

BERLIN/RHEINSBERG Heute ist der letzte Tag des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2007. Noch einmal gehen 60 Sänger den Weg zur Probebühne in der Deutschen Oper Berlin. Vom Bühneneingang an hat die Kammeroper Wegweiser aufgestellt – über zwei Höfe zum Seitengebäude, im Fahrstuhl bis zum 5.Stock.

Dort empfangen Kerstin Runge und Jutta Malkowsky vom Sekretariat der Kammeroper die Sänger, weisen ihnen den Pianisten und einen Probenraum zu. Das Sprachgewirr ist international. Die Wettbewerbsteilnehmer kommen aus 29 Ländern. Aufregung, Spannung, Konzentration und vor allem viel Hoffnung liest man in den Gesichtern.

Das Rheinsberger Festival ist als Karierresprungbrett nach wie vor begehrt. Die Verständigungssprachen sind Deutsch und Englisch. Sänger aus Japan und aus Polen haben Glück. Mit den Pianisten Saori Tomidokoro und Pawel Poplawski können sie ein paar Sätze in ihrer Muttersprache wechseln. Ob das das Lampenfieber senkt? Wohl kaum, denn im "Prüfungszimmer" zählt sowieso nur die Sprache der Musik.

Siegfried Matthus geht jedem Sänger entgegen, begrüßt ihn freundlich. Ungewöhnlich lang ist der Jurytisch für ein Opern-Casting. Zehn Juroren – die Dirigenten und Regisseure der Produktionen des Sommers, Claudia Eder, Helga Matthus und Birgitta Svenden vom Kooperationspartner aus Schweden – werden über die Preisvergabe entscheiden.

Die erfolgt in der kommenden Woche. Bis dahin ist alles offen – für Dörte Bernhagen-Lill aus Potsdam, für Katarzyna Rzymska, die aus Polen angereist ist, für James Elliott, den Tenor aus England, ebenso wie für Takeshi Hatsukano aus Japan, der sich mit der Arie des Falstaff vorstellt.

Anett Fritsch aus Plauen bewirbt sich zum zweiten Mal für eine Partie. Im Sommer 2006 hatte sie als Despina in "Così fan tutte" begeistert. Die Studentin der Leipziger Musikhochschule ist mit 20 Jahren auch diesmal noch die jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs. In Rheinsberg sieht sie eine große Chance, noch einmal praktische Bühnenerfahrung in Ergänzung ihres Gesangsstudiums zu sammeln.

Auffällig in diesem Wettbewerb ist die hohe Qualität. Neben der wie gewohnt großen Anzahl von Sopranistinnen – die Arien des Ännchens hat die Jury wohl schon 50-mal gehört – sind unter den Teilnehmern diesmal auch sehr viele Tenöre. Die Tenor-Bravourpartien wie Max (Freischütz), Nemorino (Liebestrank) und Fenton (Falstaff) locken. Und – so viel kann schon verraten werden – haben sich außergewöhnliche Talente vorgestellt. Das erhöht die Vorfreude auf den Festivalsommer 2007, der am 30. Juni mit der konzertanten Aufführung von Webers "Freischütz" beginnt.

Ute Schindler ist Pressesprecherin der Kammeroper.

2007/01/20(土) | 新聞・雑誌・ネット記事 | トラックバック(0) | コメント(0)

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