2006'11.24 (Fri) 23:38
Beeindruckendes Konzert des Gesangverein "Freundschaft" Pfaffenrot e.V.

Lange vor dem offiziellen Einlass drängte sich am vergangenen Wochenende ein gespanntes Publikum vor den Toren der Carl-Benz-Halle. Sie alle erwartete ein magischer Abend, voll von Musik und optischen Eindrücken.

Mucksmäuschenstill wird es in der ausverkauften Halle, als die Sängerinnen und Sänger des Projektchores durch das Publikum zur Bühne schreiten. Historische Kostüme stehen für vergangene Zeitalter, Kleidung von heute für die zeitlose Gültigkeit der Texte der "Carmina Burana". Fackelträger gehen der Glücksgöttin Fortuna, der launischen Herrscherin der Welt, voran. Als alle die Bühne erreicht haben, erlöschen die Lichtspiele und die Musik verstummt - alles erstarrt. Es erklingt die Stimme des Gesamtleiters des Stückes Markus Becht:" Hat sich der Mensch durch die Jahrhunderte so verändert? Ängste und Erwartungen, Vergnügen und Zerstreuung prägen die menschliche Seele noch genau so wie um die Zeit des 12. Jahrhunderts herum - der Zeit aus der die Texte der "Carmina Burana" stammen."
Dann taucht sich die Bühne in Licht und "Oh Fortuna" erklingt aus den Kehlen der c.a. 100 Projektsängerinnen und - sänger. Auf den Leinwänden neben der Bühne zeigen sich die Porträts der Regierungschefs unseres Landes - von Adenauer bis Merkel. Fortuna hat auch ihr Schicksal gelenkt, für einige dreht sich das Schicksalsrad noch.

Thema des ersten Teils ist die Lobpreisung des Frühlings, der Natur und der Daseinsfreude. Zu den Klängen von "Veris leta facies" sind gegensätzliche Aufnahmen der Natur zu sehen, "Floret silva nobilis" nimmt die Zuschauer mit auf einen Waldspaziergang des Dirigenten durch die Wälder von Pfaffenrot und Schielberg. Die Tänzerinnen und Tänzer der Musical-Group & Young Generation Group der Ballettschule Remchingen unter der Leitung von Penelope Robinson-Debatin unterstreichen, pantomimisch geschminkt, die einzelnen Szenen und tanzen fröhlich "Uf dem Anger". Takeshi Hatsukano singt "Omnia sul temperat" in seinem warmen Bariton und erobert sich sogleich die Sympathie des Publikums*. Er leitet auch den zweiten Teil des Stückes ein. "In Taberna" - Im Wirtshaus - ist allein dem Männerchor vorbehalten. Mit Serviette am Hals und Besteck in den Händen würden sie sich die Herren nur zu gerne den gebratenen Schwan, gesungen von Wolfgang Kistner, munden lassen, würde dieser nicht immer wieder sein Klagelied anstimmen. Fröhlich gefeiert und gezecht wird "In Taberna". Auf den Videowänden erkennt der Zuschauer sicher einen Bekannten bei der letzten 750-Jahrfeier oder beim Klosterfest. Doch immer wieder drängt sich das Bild des bittenden Kindes in den Vordergrund, das uns eine halb leere Reisschüssel entgegen streckt.


Der letzte Teil des Stückes, "Cour d amour" widmet sich der Liebe. Die Göttin Fortuna, eindrucksvoll verkörpert durch Nicola Becht mit ihrer klaren Sopranstimme, betritt gemeinsam mit dem Kinderchor die Bühne. "Amor volat undique" ertönen die hellen Kinderstimmen. Der Chor kehrt leise auf die Bühne zurück. Dieter Raupp überzeugt bei "Si puer cum puellula" als Solist und Tänzer. Das Ballett setzt die Gesänge in Bilder um. Nachdenklich singt die Fortuna ihr "In trutina", fröhlich tanzt sie mit den Kindern zu "Tempus est iocundum". Mit dem letzten Teil dieses Stückes "Blanziflor et Helena" huldigt der Chor der Göttin. Dann schließt sich der Kreis des Schicksals. Wieder erklingt "Oh Fortuna" - dieses Mal durch das Ballett eindrucksvoll verstärkt. Zu den letzten Klängen sprühen Funken.


Dass der Funke schon lange auf das Publikum übergesprungen war, zeigte an beiden Abenden der tosende Schlussapplaus. Der Chor, die Solisten, das Ballett, die vielen Helfer hinter den Kulissen und vor allem Markus Becht wurden mit stehenden Ovationen für diese gelungene Aufführung belohnt, die jedes Mal restlos ausverkauft war.


Einr Wiederholung der erfolgreichen Aufführung ist für November 2007 geplant!
online-news-marxzell Kultur/Freizeit
von: Gesang Pfaffenrot, Freitag, 24.11 2006 15:56 Uhr
*初鹿野剛は、彼の暖かいバリトンの(声で)"Omnia sul temperat"を歌い、素早く聴衆の好感をものにした。
Musikalische Akzente setzten die Solisten. Der Baritonsänger Takeshi Hatsukano überzeugte gleichermaßen mit den Liedern im Wirtshaus als auch im Hof der Liebe.
BNN, November 2006
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